Tag des Waldes 2022

Wiederbewaldung des Bergischen Landes steht im Vordergrund

21.03.2022 „Steuern wir 2022 wieder auf ein trockenes Jahr zu?“ Nach den letzten staubtrockenen Wochen und den außergewöhnlich häufigen hohen Tagestemperaturen stellen wir uns wieder diese bange Frage. „Wir sehen durchaus mit Sorge in die nächsten Wochen. Dass man schon im März vor der Gefahr von Waldbränden warnen muss, ist wirklich besorgniserregend“, berichtet Rainer Deppe, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Rheinisch-Bergischen Kreis und Leverkusen.

Die drei Dürre- und Hitzejahre 2018, 2019 und 2020 haben Spuren in unserem Wald hinterlassen. Die Fichte, im eigentlich regenreichen Bergischen Land über Jahrzehnte die Baumart mit den höchsten Holzzuwächsen, ist praktisch komplett abgestorben. Durch den Wassermangel stark geschwächt hatten die Bäume dem massenhaften Auftreten des Borkenkäfers nichts mehr entgegenzusetzen.

Aber auch Laubbäume, hier insbesondere die Buche, sind aufgrund der Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen. Dort zeigen sich die Schäden allerdings erst mit größerer Verzögerung. Bei der alljährlichen Waldzustandserhebung wiesen 72 % der untersuchten Bäume in NRW Kronenverlichtungen auf – ein unübersehbarer Hinweis, dass die Bäume schon geschwächt sind. „Wir hoffen alle, dass sie sich noch rechtzeitig erholen können. So gern wir trockenes und sonniges Wetter genießen, für die Bäume wäre regelmäßiger und ausreichender Regen besser,“ bricht die SDW eine Lanze für die Bäume.

Während in den letzten Jahren die Beseitigung von befallenen und abgestorbenen Bäumen im Vordergrund stand, kommen wir jetzt in die Phase der Wiederaufforstung. Diese soll möglichst zu widerstandsfähigen Mischbeständen führen. Verschiedene Baumarten auf der Fläche können sich gegenseitig unterstützen und sind weniger anfällig für das massenhafte Auftreten von Schädlingen. Für den klimastabilen Umbau der Wälder werden ergänzend zur Naturverjüngung gezielt zusätzliche Arten angepflanzt. Sonst wachsen aus dem Samenvorrat im Boden genau die Baumarten, die bisher dort standen – bei uns zumeist die Fichte. Das Wiederbewaldungskonzept des Landes NRW, das wir als SDW ausdrücklich unterstützen, sieht für das Bergische Land neben den typischen Hauptbaumarten, Rotbuche und Traubeneiche, auch Vogelkirsche, Esskastanie sowie Douglasie, Weißtanne, Küstentanne und Lärche vor.

Die SDW hat im vergangenen Jahr schon geholfen, im Rheinisch-Bergischen Kreis eine fünfstellige Zahl von Bäumen zu pflanzen. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. Wer die SDW unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.

Foto: Peter Dresbach